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Erbauungsdatum: Erste Erwähnung fand Schellenstein im örtlichen Vermögensverzeichnis aus dem Jahre 1270: ,,Schellenstein ist ein geschichtsträchtiger Boden". Weiterhin gibt es eine Nachricht von Karl dem Großen der dieses Besitztum dem Kloster Werden geschenkt haben soll. Der Name des Architekten ist nicht bekannt. Das heutige Gebäude stammt aus dem Beginn des 18. Jahrhunderts und wurde durch zwei Seitenflügel Mitte des 19. Jahrhunderts (ca. 1850) erweitert.

Namensherkunft: Der Name Schellenstein wird abgeleitet von: lateinisch scala = die Treppe, Fels in Stromschnellen. Stein ist im altgermanischen die Bezeichnung für ,,Fels". Das Wort ist aus ,,dion" = ,,dein" entstanden und durch Vorsetzen eines ,,S" bedeutet es auch Burg. So kommt man zur begründeten Erklärung: ,,Schellenstein" = ein von der Ruhr umspülter Fels, auf dem eine Burg gebaut wurde.

Schloss Schellenstein steht an einem Platz, der in grauer Vorzeit erhebliche strategische Bedeutung gehabt haben muss. Kommt man nämlich vom Westen die Ruhr herauf,  muss man bei Schellenstein zwischen dem Berg ,,Hagen" und dem ,,Losenberg" durch einen Engpass, der sozusagen das Tor zum Sauerland ist. Im Gegensatz zu Fluchtburgen, die in der Regel auf hohen, steilen Bergen lagen und somit leicht zu verteidigen waren, ist dem bei den Burgen des 8. bis 10. Jahrhunderts nicht so. Sie liegen, genau wie in diesem Fall auch Schloß Schellenstein, auf niedrigen Felsspornen und sind mit wichtigen Strassenzügen verbunden. Man beherrschte hierdurch die Straßen und strategisch wichtige Plätze. Dies diente damit indirekt der Beherrschung des ganzen Landes. Engelbert der I. zog ca. 1222 Schellenstein mit in den Sperrgürtel von Burgen und befestigten Städten gegen Paderborn ein. So scheint es als ob Schellenstein ein Haupthof eines Königshofes gewesen ist, der als Waffenplatz oder Zwischenstation zwischen den Hauptburgen an der den Rhein mit der Weser verbindenden Ruhr-Diemel-Strasse diente.

 

Besitzer und Nutzungen:

Die ersten mutmaßlichen Besitzer von Schellenstein waren:

1183 Gerardus de Bigge

1338 Sweffhere de Bya

1370 Wylhelm dey Crane von Byghesicht

Die nun folgenden Besitzer können als gesichert gelten:

1441 Rost zu Swedinchusen

1495 Anton Wrede

1538 Johan Wrede zum Schellenstein

1570 Rembert Wrede zum Schellenstein

1609 Rembert Wrede zum Schellenstein d.J.

1658 Anna Eva Maria de Wrede
        heiratet 1664 Otto Friedrich von Padberg

1702 Anna Elisabeth von Padberg
        verkauft Schellenstein an

1718 Jobst Edmund von Brabecke

1819 Philippine Sophie Maria von Brabecke
        verkauft Schellenstein für 20 100 Thaler an

1838 Freiherr Franz Wilhelm von Wendt-Papenhausen zu GevelinghausenFlur1

1823 Friedrich Wilhelm III., König von Preußen, erteilte erneut den Lehensbrief über das Lehngut Schellenstein. Schellenstein war vermutlich bereits ab 1180 kurkölnisches Lehen. Im Verlauf der napoleonischen Kriege kam das kurkölnische Herzogtum Westfalen an das Herzogtum Hessen-Darmstadt. Nach dem Wiener Kongress fiel 1815 das ehemalige kurkölnisches Westfalen an Preußen. Darum erteilte 1823 der König von Preußen erneut den Lehensbrief für Schellenstein.

1846 wurde das Schloss als Landtagssitz und gleichzeitig als Rittergutsbesitz für Bigge anerkannt.

1904 wurde auf Schloss Schellenstein die Josefs-Gesellschaft gegründet. Dies war die erste Gründung einer Körperbehinderteneinrichtung auf Seiten der katholischen Kirche. Ziel und Zweck waren Ausbildung mit orthopädischen Ansätzen und später auch Betreuung von Behinderten. Das aus dieser Gründung entstandene Josefsheim (im heutigen Ortsteil Bigge) hat heute noch einen wichtigen wirtschaftlichen, wie auch sozialen Anteil am Bigger Leben. Die Gesellschaft fungiert mittlerweile auch deutschlandweit in vielen anderen Häusern.

1945 Nach dem 2. Weltkrieg diente das Schloss in Not geratenen Familien, den Ausgebombten aus dem Ruhrgebiet, sowie den Flüchtlingen aus Deutschlands Osten Asyl.

1965 wurde Schellenstein von Karl-Josef von Wendt-Papenhausen zu Gevelinghausen an die Gemeinde Bigge verkauft.

1979 erwarb schließlich Karl Ames aus Rösenbeck das Schloss samt aller Nebengebäude. Er ließ die gesamten Gebäude grundlegend renovieren, restaurieren und umbauen. Das Schloss trug folgend den Namen ,,Sauerländer Wohn- und Ferienpark Schloss Schellenstein". im Jahre 1980 wurde das Dach neu mit Schiefer eingedeckt.

1983 musste das Schloss aufgrund der immensen Renovierungskosten von Karl Ames abgestoßen werden und wurde an eine GbR verkauft. Diese bestand aus 23 Personen, meist ortsansässige Investoren. Die GbR renovierte das Schloss und seine Nebengebäude weiter und entwickelte aus dem Hauptgebäude ein Schlosshotel. Das Konzept ,,Hotel" scheiterte, da das Haupthaus zu wenige, zu große Zimmer besaß.

1996 stand das Schloss erneut frei zum Verkauf. Der Immobilienhändler Malessa erhielt den Zuschlag und zog mit seiner Familie, sowie einigen Angestellten ein. Herr Malessa startete erneut Renovierungsarbeiten, die das Schloss nun in eine Wohnimmobilie mit 8 Wohnparteien umwandelte. Die Aufteilung des Wohnraumes wurde neu gegliedert, Bodenbeläge wurden erneuert und im ehemaligen Schlosskeller eine Gastronomieeinrichtung installiert. 1998 wurden die ersten Wohnungen an ihre neuen Eigentümer verkauft, sowie ein Gastronom verpflichtet

2001 Heute wird Schloss Schellenstein von den Eigentümern als fester Wohnsitz und Ferienzuflucht genutzt. Familie Metten/Djavadian hat mehrere Wohnungen gekauft und in Ferienwohnungen verwandelt. Nach Renovierungarbeiten werden sie nun für erholsame Kurzurlaube und auch längere Ferien für jung und alt genutzt.